74 Gut, böse oder verletzt?
Shownotes
Viele Jahre habe ich Menschen in Täter und Opfer eingeteilt.
Heute frage ich mich etwas anderes:
Was wäre, wenn hinter jedem Menschen, der anderen Schmerz zufügt, ein eigener ungeheilter Schmerz steht?
In dieser Folge teile ich meine persönliche Sicht darauf, warum ich glaube, dass echter Wandel dort beginnt, wo wir Verantwortung für unseren eigenen Schmerz übernehmen – anstatt ihn an andere weiterzugeben.
Es geht nicht darum, Verantwortung für verletzendes Verhalten aufzuheben.
Sondern darum, den Kreislauf der Weitergabe von Schmerz zu verstehen.
Denn vielleicht endet Leid genau dort, wo jemand den Mut findet, zum ersten Mal bei sich selbst hinzuschauen.
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00:00:01: Was wäre, wenn es gar keine bösen Menschen gäbe?
00:00:10: Wenn es das Böse gar nicht gibt.
00:00:17: Sondern es einfach nur Menschen gibt die mit ihrem Schmerz nicht umgehen können und ihnen aus diesem Grund an andere Menschen weitergeben.
00:00:33: Und dass diese Menschen den Schmerz zufügen, eigentlich genauso viel Hilfe brauchen wie die Menschen, die den schmerz abbekommen.
00:00:52: Und ich habe schon länger das Gefühl dass sich keine Lust mehr habe in Opfer und Täter zu denken sondern dass es einfach verletzte Menschen gibt und dass dieser ganze Kreislauf nur endet.
00:01:22: Und diese Weitergabe endet, wenn jemand der Schmerz in sich fühlt bereit ist Verantwortung für diesen Schmerze zu übernehmen und anstatt das eigene Kind anzuschreien, sich selber zuzuhören.
00:01:52: Und auf den eigenen Schmerzen zu schauen.
00:01:58: Ich glaube Das ist ein entscheidender Punkt wie sich die Welt verändert dass wir aufhören, Schmerz weiterzugeben.
00:02:17: Und es fängt vielleicht im Kindergarten oder in der Schule an wenn ein Kind ein anderes angreift oder mobbt eine ganze Gruppe einen Kind mobbt und keiner schaut genau hin und vielleicht wird derjenige, der das tut, das Kind was mobbt sogar noch bestraft Obwohl dieses Kind genauso Hilfe braucht wie das Kind, was gemobbt wird.
00:02:57: Ich glaube es ist wichtig aufzuhören mit diesem Täter-Opferding.
00:03:05: Ein glücklicher Mensch würde niemals einen anderen Menschen verletzen weil er dafür überhaupt keinen Grund hätte Weil ein glücklichen Mensch um kein Schmerz weitergeben!
00:03:28: Ein glücklicher Mensch muss sich nicht größer fühlen indem er andere klein macht.
00:03:38: Es sind die unglücklichen Menschen, die halten.
00:03:44: Die andere Menschen verletzen auch auf Social Media zum Beispiel.
00:03:50: Die Menschen, der da die Kommentare reinhauen, seien sie noch so krass?
00:03:56: Das sind eigentlich Menschen,die genauso Hilfe brauchen.
00:04:04: und die Menschen,die die Kommentare abbekommen Und das persönlich nehmen haben auch noch ein Thema weil du kannst nur getroffen werden wenn es dich betrifft Und deswegen glaube ich es ist so wichtig, dass wir hinschauen und zwar nicht bei den anderen.
00:04:38: Nicht mit einem Finger auf jemand anders zu zeigen sondern mal mit dem Finger auf sich selber zu zeigen und zu gucken wer da ist.
00:04:49: welchen Schmerz unterdrücke ich denn schon seit Jahren?
00:05:00: Welchen schmerz gebe ich unbewusst an andere Menschen weiter ohne es vielleicht sogar selber zu merken?
00:05:12: Ich rede aus eigener Erfahrung weil ich habe meinen Schmerzen lange an andere Menschen weitergegeben, ohne es bewusst zu wissen.
00:05:23: Ohne ist bewusst zu fühlen.
00:05:38: und irgendwann kam bei mir die Entscheidung, dass ich gesagt habe, nee... Ich schau jetzt dahin!
00:05:45: Ich guck mir meinen Schmerz an und ich übernehme die volle Verantwortung für meinen Schmert.
00:06:02: Und jetzt muss sich keine Menschen mehr verletzen, weil ich mir meinen eigenen Schmerzen angeschaut hab.
00:06:13: Was wäre wenn jeder einzelne Mensch auf dieser Erde weil sich hinschauen würde, anstatt sich abzulenken und mal zu schauen.
00:06:25: was ist denn da eigentlich in mir verborgen?
00:06:31: Ich bin mir sicher wir hätten eine andere Welt.
00:06:37: Aber es kann nur jeder Mensch für sich selber entscheiden.
00:06:43: Niemand muss das tun!
00:06:56: Ich für mich habe entschieden es zu tun, mir meinen Schmerz anzuschauen auch wenn es schmerzhaft war und zwischendurch immer noch ist, wenn sich wieder etwas zeigt.
00:07:22: Aber ich kann dir sagen, je mehr ich mir meinen eigenen Schmerz angeschaut habe desto mehr konnte ich andere Menschen sein lassen wie sie sind.
00:07:33: Ich war aufgehört zu urteilen.
00:07:36: Aufgehört andere Menschen anders haben zu wollen als die sind.
00:07:44: Aufhört sie nur noch perfekte Menschen in meinem Umfeld haben zu werden sondern ich kann Menschen einfach sein lassen Und ich glaube, das ist ein riesen Geschenk fürs Leben.
00:08:01: Weil es nimmt ganz viel Druck aus dem Leben raus und ganz viel Ausbeziehungen, weil sie frei entstehen können und kein Zwang dahinter ist.
00:08:31: Ich glaube dass es keine bösen Menschen gibt.
00:08:41: Es gibt nur Menschen denen Schmerz weitergegeben wurde und die vielleicht nicht Hilfe bekommen haben, die sie gebraucht hätten und dann keine andere Möglichkeit gesehen haben, als diesen Schmerz an anderen Menschen weiterzugeben.
00:09:09: Und ich wünsche mir dass alle Menschen Hilfe bekommen den Schmerzen woher auch immer er kommt sich anzuschauen und los zu lassen.
00:09:33: Lebensfreude ist stärker als Trauma.
00:09:38: Das ist meine Erfahrung die ich für mich gemacht habe.
00:09:43: Ich bin dafür sehr dankbar.
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