71 Der schwere Sack im Leben - warum Vergebung mich befreit hat.

Shownotes

Viele Jahre habe ich geglaubt, Vergebung bedeute, das Geschehene kleinzureden oder zu entschuldigen.

Heute weiß ich:

Vergebung hat nichts mit Vergessen zu tun.
Und auch nichts damit, Verantwortung aufzuheben.

In dieser Folge erzähle ich, warum sich Vergebung für mich angefühlt hat, als würde ich einen schweren Sack endlich von meinen Schultern nehmen.

Es geht um den Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung.
Zwischen Loswerden und Loslassen.
Und darum, warum echter Frieden für mich erst entstehen konnte, als ich dem verletzten Kind in mir das gegeben habe, worauf es so lange gewartet hatte.

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00:00:01: Ich möchte heute mit dir über Vergebung sprechen.

00:00:08: Und ich kann sagen, dass mir lange Zeit Vergebungen nicht leicht gefallen ist und das mir lange auch gar nicht aufgefallen ist, dass sich überhaupt ein Furt oder Hass oder ja irgendwas in die Richtung empfinde, sondern es war lange Zeit in mir auch unterdrückt.

00:00:39: Es hat sich dann irgendwann gezeigt.

00:00:42: Und ich hab mit diesem Anteil gesprochen, wie ich sonst mit den anderen Anteilen auch spreche in mir und hab auf der einen Seite dem kleinen Mädchen erklärt so hey die Menschen, die dir Schmerz zugefügt haben, die waren wie blind.

00:01:10: Die konnten das gar nicht sehen, die konnten dich gar nicht seh'n konnten auch nichts dafür, dass sie blind waren.

00:01:19: Und auf der anderen Seite habe ich dem kleinen Mädchen gesagt, dass ich für Sie da bin und das ich jetzt diese Rolle übernehme die sie von anderen Menschen vermisst hat.

00:01:39: Als ich das gemacht hab, habe ich gemerkt es immer mehr ein Gefühl von Vergebung kamen und dass sich dieser Menschen loslassen konnte und ich habe gespürt, dass Frieden echter Frieden danach in mein Herz kam.

00:02:03: Und das ich diesen Menschen Liebe gewünscht habe und dass sie glücklich sind in ihrem Leben.

00:02:24: Ich merke für mich, dass sich dieser innere Frieden im Herzen schöner anfühlt als vorher dieser Hass und diese Wut Ja, diese passive Aggressivität auch die dadurch auch entstanden ist.

00:02:43: Weil ich es ja lange gar nicht gefühlt habe und Ich glaube an Vergebung Und ich glaube daran dass jeder Mensch Es nur so gut machen kann wie er es halt kann So und das vielleicht sogar niemand jemandem böswillig wehtut sondern weil er die Realität verzerrt wahrnimmt oder weil selber Schmerzen da sind, die so unaushaltbar sind.

00:03:29: Und diese Menschen den Mut nicht haben, diesen Schmerz zu fühlen und ihn dadurch an andere weitergeben.

00:03:40: Für mich in meiner Historie fühlt es sich so an als wäre Schmerze über Generationen immer weitergegeben worden.

00:03:52: Niemand hatte den Mut dahin zu schauen.

00:03:57: Deswegen ... Es ist alles passiert.

00:04:04: Im Prinzip ist das ein verletztes Kind, was immer weiter gereicht wurde von meiner Ur-Oma zu meiner Oma und meiner Mama zu mir.

00:04:17: Ich bin jetzt die, die sich um dieses verletzte Kind kümmert.

00:04:22: Die sich dem Schmerz gestellt hat und dadurch gegangen ist.

00:04:29: Ja ... Sie erkennt, dass es da gar keinen Schuld gab.

00:04:43: Und ich konnte auch ... Als ich den anderen Menschen in meinem Leben vergeben habe, auch mir selber vergeben für das was ich getan habe.

00:04:54: Für die Menschen die ich verletzt habe unbewusst weil ich wollte niemals ein menschen verletzen aber ich hab's mit Sicherheit getan aus schmerz denen ich mehr lange jahre nicht angeschaut habe meine sele noch nicht bereite für war und auch da konnte ich dem kleinen mädchen erklären dass sie es gar nicht anders hätte machen können und das sie so gut gemacht hat, wie sie konnte.

00:05:27: Und dass sie für sich gesorgt hat und ihr überleben.

00:05:38: Ja ... letztendlich ist Vergebung eine Last von sich zu nehmen, die die ganze Zeit auf dem Leben gelastet hat.

00:05:55: Die das Leben schwergemacht hat, schwerer als es sein muss.

00:06:01: Man kann sich das ein bisschen vorstellen, jetzt würde man die ganzezeit Mit so einem Riesen-Sack auf dem Rücken rumlaufen.

00:06:13: Und es ist noch nicht mal ein Rucksack, sondern so einen Sack den man festhalten muss an so einem Seil und der schwingt sie hin und her und bringt einen aus dem Gleichgewicht.

00:06:25: Und irgendwann lässt man dieses Seil von dem Sack einfach los und der Sack rutscht den Rücken runter und ist weg.

00:06:35: Man merkt vielleicht eigentlich ... Der Körper ist wie einfach man sich eigentlich bewegen kann durch dieses Leben und, wie schön es ist um herzuspringen und zu tanzen.

00:06:52: Und ja... Vergebung geht aber nur mit dem Herzen!

00:07:00: Man kann nicht mit dem Kopf vergeben.

00:07:04: Da gibt's ganz wichtige Unterschiede weil ich habe schon vor Jahren mal so Briefe geschrieben an Menschen die mir wehgetan haben Ob die dann sogar auch verbrannt und so.

00:07:18: Und da war mein Herz aber nicht dabei, das hat meinen Kopf ... Weil mein Kopf wollte unbedingt, ähm... Das loswerden!

00:07:29: So, und es gibt einen Unterschied zwischen Loswerden und Loslassen.

00:07:33: Und in dem Moment wo wir etwas Los werden wollen können wir's nicht loslassen.

00:07:39: Wir können uns etwas vormachen und zu tun als ob wir losgelassen hätten aus den Augen, oder aus dem Sinn.

00:07:50: Aber das ist nicht dasselbe.

00:07:53: Echte Vergebung passiert im Herz und wenn du wirklich den Menschen vergeben hast und dir selber vergeben hasst dann entsteht ein Frieden.

00:08:06: Ein Frieden im Herz.

00:08:08: Ein göttlicher Frieden.

00:08:11: also für mich es ist ein göttliche Frieden einen Frieden der nichts im Außen herstellen kann sondern nur gefühlt werden kann.

00:08:28: Ich habe gemerkt, dass besonders bei den Tätern in meiner Kindheit, die mich missbraucht haben es mir besonders schwer gefallen ist ihnen zu vergeben.

00:08:44: und irgendwann kam bei mir aber auch so der Punkt wo ich halt auch gesehen habe das Menschen sind die ihren Schmerz weiter geben wollten an mich, weil sie selber damit nicht zurecht kamen.

00:09:06: Und ja ... Sie ist nicht besser konnten so was ihnen nicht die Verantwortung nimmt für das, was sie getan haben.

00:09:22: Das ist ganz wichtig dass zu unterscheiden für mich es gibt einmal schuld Dass es dieser schwere sack auf dem rücken und es gibt verantwortung und verantwortungen bedeutet dass das was wir tun Konsequenzen hat Folgen hat, die wir mit unserem Handeln erzeugt haben.

00:09:55: Aber die Menschen hätten nicht anders handeln können weil sonst hätten sie anders gehandelt.

00:10:02: So ist das normal.

00:10:15: Und eigentlich tief in ihnen drin ist auch ein verletztes Kind was viel Schmerz ertragen musste.

00:10:24: Weil ich persönlich glaube und nicht daran dass Menschen einfach so werden und anderen menschenschlimme Dinge antun sondern dass auch da eine Vorgeschichte ist.

00:10:44: Und wie gesagt, das entbindet sie nicht von ihrer Verantwortung.

00:10:51: Wir alle treffen Entscheidungen in unserem Leben und wir müssen die Konsequenzen dafür tragen Aber ich muss sie nicht mehr dafür verurteilen.

00:11:13: Das steht mir nicht so.

00:11:14: Mir steht es überhaupt nicht zu über irgendjemandem Zu urteilen Weil ich nicht in seinen oder ihren Schuhen gelaufen bin.

00:11:31: Deswegen konnte ich sogar den Tätern meiner Kindheit vergeben sogar demjenigen, der mich fast umgebracht hätte.

00:12:00: Und ich glaube wir vergeben gar nicht für andere Menschen sondern für uns selbst das wir befrieden sein können und dass wir wieder ein leichtes Leben haben, ein schönes leben haben und das Leben genießen können.

00:12:18: Ich glaube es hängt unmittelbar miteinander zusammen weil wenn wir unbewussten Groll oder bewussten Roll in uns tragen Das ist wie wenn wir jemand anderem Gift ins Glas tun und es am Ende aber selber trinken.

00:12:43: Es vergiftet uns von innen, nicht den anderen.

00:12:56: Und ich glaube für mich war's wichtig diese beiden Komponenten zu haben einerseits dem kleinen Mädchen das zu erklären und andererseits dem Kleinen Mädchen zu sagen Ich bin für dich da!

00:13:10: Ich pass auf dich auf!

00:13:12: Ich geb dir das was du dir so lange von anderen Menschen gewünscht hast Und dieser Frieden im Herz, den ich gerade sehr präsent fühle.

00:13:42: Der ist unbezahlbar und es ist endlich das Gefühl von unendlich tiefer Ruhe und dafür bin ich dankbar.

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