68 Die stärkste Heldin meines Lebens ist mein Körper.

Shownotes

Mein Körper hat so viel getragen.

Mehr, als ich ihm jemals zugetraut hätte.

In dieser Folge erzähle ich, warum ich meinen eigenen Körper lange kaum wahrnehmen konnte, weshalb selbst Yoga für mich Stress bedeutete und wie ich Schritt für Schritt lerne, meinem Nervensystem wieder Sicherheit zu geben.

Ich spreche über Dissoziation, Cortisol, Erschöpfung und darüber, warum mein Körper nie gegen mich gearbeitet hat – sondern immer versucht hat, mich zu schützen.

Außerdem erzähle ich, warum ich heute nicht mehr gegen meinen Körper arbeite, sondern mit ihm.

Warum ich esse, was sich gut anfühlt.
Warum Tanzen meinem Körper guttut.
Und weshalb ich glaube, dass unser Körper oft schon weiß, was unser Verstand noch nicht versteht.

Diese Folge ist keine medizinische Empfehlung.

Sie ist meine persönliche Erfahrung – und eine Liebeserklärung an einen Körper, der mich mein ganzes Leben getragen hat.

Transkript anzeigen

00:00:00: was ich immer wieder spüre bei mir ist, dass Trauma auch im Körper eine Rolle spielt.

00:00:11: Also es ist bei mir so das mein Körper schneller erschöpft ist als vielleicht ein anderer Körper, also dass ich schneller Pausen brauche.

00:00:29: und Früher bin ich halt auch immer darüber weggegangen.

00:00:33: Ich hab's gar nicht wahrgenommen, dass mein Körper das gar nicht mehr konnte, sondern ich hab immer weiter gemacht.

00:00:42: Bin auch einmal deswegen ins Krankenhaus gekommen, weil ich überhaupt nichts mehr konnte.

00:00:49: Weil ich einfach den Anspruch an meinen Körper gehabt habe, dass er genauso funktionieren muss wie ein Körper der nicht das erlebt hat was ich erlebt habe als Kind.

00:01:01: Und das kann mein Körper aber gar nicht leisten.

00:01:05: So, und ich habe gemerkt jetzt wo ich halt meinen Körper wieder mehr wahrnehme weil ich war ja auch getrennt von meinem Körper also dissoziiert eine lange Zeit und hab wirklich so dar gesessen und hab auf meinen Arm geguckt und hab so gedacht ach guck mal da liegt ein Arm!

00:01:28: Aber ich hab den nicht als mein Arm identifiziert oder ja deswegen habe ich jetzt erst Schritt für Schritt überhaupt wieder gelernt meinen Körper zu fühlen, mich in meinem Körper zu füllen.

00:01:48: Ich hab auch sowas wie so eine Körperschema-Störung glaube ich heißt das irgendwie ein Fachkreisen dass die Dimension meines Körpers nicht so fühlen kann wie sie eigentlich ist.

00:02:03: Also ein Beispiel dafür war, als ich damals meinen ehemaligen Mann kennengelernt habe.

00:02:14: So wie wir in dieser Anfangsphase waren, da waren wir mal zusammen shoppen und dann reichte er mir so eine Bluse in XS und ich hab es so gedacht, hey!

00:02:28: Wie soll das gehen?

00:02:30: Ich war völlig perplexen und wollte mich verarschen.

00:02:34: So hab ich nie im Leben.

00:02:36: Also, ich habe mich so in M-L gesehen und dann zieh' ich diese Bluse an und die Bluse passt.

00:02:43: Und das war für mich so komisch!

00:02:48: Das hat für mich alles überhaupt keinen Sinn ergeben... ...und umgekehrt, also da hab ich mich ja zu groß eingeschätzt.

00:02:58: und umgekehrt habe ich aber auch Als es darum ging, die richtige BH-Größe für mich zu finden ist ungekehrt eingeschätzt.

00:03:11: Dass ich mich irgendwie bei Körpchen C gesehen habe und ... Die waren halt viel größer und ich brauchte ganz andere BHs.

00:03:22: Also ich hab BHs getragen, die viel zu klein waren weil ich das nicht wahrnehmen konnte.

00:03:28: Ich konnte meinen Körper nicht so wahrnehmen wie er isst Und ich weiß auch heute noch nicht sicher, ob ich es kann.

00:03:40: Weil ich jetzt mit meinem Körper ... Ich hab irgendwie keine Körpertherapie oder irgendwas gemacht.

00:03:48: Aber ich glaube, es geht mittlerweile besser, dass die Proportionen meines Körpers besser einschätzen können und ich habe nicht mehr das Gefühl, dass mein Arm von mir getrennt ist so.

00:04:04: Ja aber den Körper wirklich zu fühlen und ja auch dabei zu unterstützen, dass nicht mehr so viel Cortisol ausgeschüttet wird.

00:04:18: Das ist für mich jetzt halt gerade der nächste Schritt und ich hab dann halt auch mich darüber informiert und habe geguckt okay was kann ich denn machen?

00:04:32: Und dann sagte halt die Information Du kannst halt Cortisol nicht einfach so aus dem Körper spülen, sondern halt nur den Körper Sicherheit geben.

00:04:46: So dass er halt nicht andauernd in Alarmzustand gerät und wieder neues Cortisol quasi produziert wird.

00:04:54: Und da bin ich jetzt ja schon einen großen Schritt weitergekommen weil ich mir selber ja diese Sicherheit geben kann und diesen Halt dass mein Körper weiß, wenn was ist dann ist da jemand.

00:05:14: Selbstregulation funktioniert schon sehr gut.

00:05:19: Was noch besser oder nicht noch besser aber auch gut funktionieren würde wäre eine Co-Regulation.

00:05:27: Das ist tatsächlich etwas, was ich aktuell nur mit meinem Hund leben lebe Und er macht das auch wirklich gut.

00:05:40: Auch Hunde, wenn wir ein Hund streicheln, hilft es unser Nervensystem zu regulieren und ich habe gemerkt dass ich total angezogen bin von flauschigen Dingen.

00:05:58: Wenn ich so haptisch, wenn ich drüber streichen kann zum Beispiel Kuscheldecken die richtig flauschi sind Oder auch, ich hab mir so eine Tasche gekauft aus Fell.

00:06:12: Also nicht echtes Fell natürlich, aber die halt auch so weich ist und das hat mir auch Geborgenheit irgendwie gegeben und Sicherheit.

00:06:23: Und so Kissen habe ich auch, die mit Schaf ... sowieso ein Schaffell gemacht sind.

00:06:31: Ja also... Das hilft mir auf jeden Fall!

00:06:36: Ich glaube dass es wirklich gut ist zu gucken für mich, was gibt meinem Körper Sicherheit?

00:06:45: So und das kann halt auch zum Beispiel etwas Bestimmtes zu Essen sein.

00:06:48: Was man mit Sicherheit verbindet.

00:06:51: Ich habe lange Zeit z.B.

00:06:52: auch viel Hühnerfrikassee gegessen also wirklich jeden Tag weil Das mich daran erinnert hat dass ich das bei einer Freundin früher gegessen hab wo ich mich wohl gefühlt habe so Weil ich nicht Zuhause sein musste weil die das mit Liebe gekocht haben und da kein Stress war, sondern da war einfach nur Entspannung und Lachen.

00:07:18: Und es war schön!

00:07:20: So habe ich dann halt auch meinem Körper dieses Gefühl wiedergegeben oder war mal Pudding hat auf mich auch so eine Wirkung von Geborgenheit irgendwie.

00:07:36: Also auch so unterstütze ich meinen Körper einfach dabei wieder sich hier sicher zu fühlen auf dieser Welt.

00:07:46: Und ja, Schritt für Schritt geht das voran so und mein Körper musste schon echt viel mitmachen.

00:08:06: auch Das wird mir halt jetzt einfach nochmal bewusst was der alles geleistet hat Allein die Zeit in der Kindheit, dass er das überhaupt überlebt hat.

00:08:17: Das ist sowieso schon mal ein Wunder für sich.

00:08:21: Dann diese schlimme Krankheit, die ich gehabt habe, die Neurodermitis.

00:08:25: Das war ja auch maximale Belastung für den Körper, was er mir ja auch gezeigt hat, wo ich dann ja auch gehandelt habe und die Situation verändert habe und mit zwölf Jahren eine Entscheidung getroffen hab.

00:08:43: dann diese Blütenreine Haut, die danach kamen als die Situation verändert war.

00:08:52: Ja und ich bin einfach fasziniert weil mein Körper könnte halt auch ganz anders aussehen mit dem Hintergrund und er hat sich wirklich sehr gut gemacht einfach ja.

00:09:12: und ich hab halt auch zum Beispiel früher Crash-Dieten und sowas alles gemacht, weil ich ja meinen Körper überhaupt nicht einschätzen konnte.

00:09:26: War auch mal kurz davor in so eine Magersucht zu geraten was dann aber Gott sei Dank nicht passiert ist.

00:09:37: Und Ja hab da wirklich meinem Körper einfach viel viel zugemutet und er hat das einfach extrem gut gemacht.

00:09:49: also Ich bin sehr dankbar über diesen Körper und darüber, dass er mir quasi so viel verziehen hat.

00:09:58: Auch was ich ihm dann angetan habe nachdem die Kindheit und der ganze Missbrauch und der ganzen Kram vorbei war.

00:10:13: Er trägt mich weiterhin durch dieses Leben und hat nur halt zwischendurch mal gesagt, ich kann nicht mehr.

00:10:24: Was es ja vollkommen verständlich gewesen ist Und wenn ich einfach meinen Körper mir heute anschaue, dann staune ich einfach nur weil es ein wunderschöner Körper ist.

00:10:42: Der zwar kein Fitness-Award gerade gewinnen würde aber mich durch dieses Leben trägt.

00:10:52: und ja dafür bin ich einfach sehr dankbar.

00:11:04: Ich freue mich auch auf den Moment, wo ich mein Körper wieder vollkommen wahrnehmen kann und ja die Proportion meines Körpers wieder vollkommer wahrnehmen können.

00:11:15: Und wo ich meinen Körper so gut unterstützt habe dass er nicht mehr so viel Cortisol produzieren muss und mehr in die Entspannung widergehen kann.

00:11:34: Auf der kognitiven Ebene und auf der emotionalen Ebene habe ich dafür schon sehr, sehr viel getan.

00:11:40: Und jetzt darf einfach nur noch diese körperliche Ebene folgen.

00:11:44: und ja... Ich hab früher mal mich in Yoga versucht und das ist für viele Menschen sehr entspannt und für mich war das purer Stress.

00:12:03: so weil so viel in meinem Körper halt an Trauma und Schmerz gespeichert war, dass auch selbst Yoga mich unter Alarm gesetzt hat.

00:12:19: Und ich das nicht genießen konnte.

00:12:22: Ja... Aber jetzt tue ich einfach das was mein Körper gut tut und wo er mir sich mit Wohl und Sicherheit fühlt und achte auf ihn ohne ihn irgendwie zu Drillen oder irgendwelche verrückten Essensgeschichten, bzw.

00:12:47: Nicht-Essensgeschichte zu machen.

00:12:51: Ich hab früher auch gefastet zwischendurch, also so einmal im Jahr und das ist ja ... Auch wenn es eine Entlastung für ein Körper ist, ist es eine Belastung.

00:13:05: Und das habe ich dieses Jahr zum Beispiel auch nicht gemacht weil ich gemerkt habe, das ist zu viel Stress.

00:13:14: Ich brauche gerade so viel Energie um alles zu verarbeiten.

00:13:19: und ja also schaue ich jetzt einfach wirklich was fühlt sich in meinem Körper richtig an?

00:13:28: Wenn es der Pudding ist dann ist es der Podding und wenn es der Apfel ist, dann ist er der Apfel.

00:13:41: Also tanzen ist etwas, was das so im Körper wahnsinnig gut tut.

00:13:45: Also frei zu tanzen ohne Choreografie oder so einfach nur tanzen und ja ich glaube auf den eigenen Körper zu hören ist für mich der richtige Weg weil mein Körper ist extrem intelligent darin mir Nachrichten zu schicken und mir genau zu sagen hey so und so sieht es aus.

00:14:13: Ja, die Situation ist für dich nicht gut.

00:14:16: Die Situation ... verlassen wir am besten wieder.

00:14:22: Thema Neurodomitis Da war es wirklich so.

00:14:25: Ich war in einer Situation wo mein Körper irgendwann mir das Signal geschickt hat oder beziehungsweise meine Seele Hat mich über meinen Körper das Signal schickt.

00:14:33: da wollen wir weg!

00:14:34: Da bleiben wir nicht.

00:14:35: Das ist unaushaltbar.

00:14:39: Und ja auch später hat mein Körper immer wieder mal Signale geschickt, die ich manchmal auch einfach ignoriert habe.

00:14:51: Weil es so in meinem Leistungswahn drin war, dass ich immer gedacht hab, woher muss das irgendwie... Muss sich da mithalten und alles?

00:15:01: und ja.

00:15:07: aber jetzt höre ich auf die Signale meines Körpers und mein Körper sagt mir zum Beispiel auch wenn ich mich bei Menschen wohlfühle Und wenn ich mich nicht wohlfühle, mein Körper gibt mir auch Dar-Signale.

00:15:26: Ein guter Wegweiser dieser Körper und dadurch dass ich ihn jetzt wieder mehr wahrnehmen kann, kann ich die Signale schneller wahrnehmen und dann dementsprechend für meinen Körper und für mich agieren.

00:15:46: Also ich bin gespannt wie es weitergeht mit meinem Körper.

00:15:50: Ich glaube, dass ich auf einem guten Weg bin und wollte einfach mit dieser Folge mal sagen wie wichtig mein Körper für mich ist.

00:16:01: Und auch wenn ich ihn lange halt nicht bewohnt habe so wie es halt normal ist weil das halt für meine Seele ein unsicherer Ort in ihrer Wahrnehmung gewesen ist durch den Missbrauch als Kind bin ich jetzt umso glücklicher diesen wundervollen Körper zu haben.

00:16:30: Also genießt euren Körper, hört eurem Körper zu!

00:16:34: Der weiß ganz viel was ihr bewusst vielleicht noch nicht wisst.

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