136 Verständnis ist keine Eintrittskarte in mein Leben mehr.

Shownotes

Ich habe Menschen verstanden, die mich verletzt haben. Ich habe ihre Wunden gesehen, ihre Ängste erkannt und ihr Verhalten entschuldigt. Immer und immer wieder.

Bis ich etwas Entscheidendes erkannt habe:

Nur weil ich verstehe, warum ein Mensch so handelt, bedeutet das noch lange nicht, dass sein Verhalten gut für mich ist.

In dieser Folge von „Ist das Leben nicht komisch?“ erzähle ich dir von einem meiner größten blinden Flecken: meinem übermäßigen Verständnis für andere Menschen.

Warum gerade Menschen, die schon als Kinder emotionale Verantwortung übernehmen mussten, später besonders anfällig dafür sein können, verletzendes Verhalten zu entschuldigen. Warum tiefe Gespräche noch keine echte Verbundenheit bedeuten. Und warum Mitgefühl niemals auf Kosten deiner eigenen Würde gehen sollte.

Ich habe gelernt, dass ich Menschen nicht retten muss, um sie zu verstehen. Dass ich Grenzen setzen darf, ohne jemanden zu verurteilen. Und dass Loyalität, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit wichtiger sind als jede noch so tiefgründige Erklärung für verletzendes Verhalten.

Mein Verständnis für dich bedeutet nicht, dass du einen Platz in meinem Leben bekommst.

Denn heute weiß ich: Mein Mitgefühl gilt nicht mehr nur anderen Menschen.

Es gilt endlich auch mir selbst. ❤️

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00:00:01: Verständnis ist keine Eintrittskarte in mein Leben mehr.

00:00:11: Ich habe tatsächlich darüber reflektiert, was die Einfallstore bei mir sind – die blinden Flecken -, die dazu führen dass ich manipulierbar gewesen bin und einer der Punkte war das sich immer viel zu viel verständnis für alle Menschen hatte.

00:00:38: Ja, also wenn jetzt zum Beispiel ein Mensch manipuliert hat wie meine Nachbarin dann war früher bei mir so der erste Gedanke ja warum macht sie das?

00:00:53: Ah die fühlt sich bestimmt einsam und deswegen macht sie es.

00:00:57: und ah sie fühlt dich bestimmt klein und keine Ahnung was.

00:01:01: ich kann.

00:01:01: einfach Menschen lesen.

00:01:04: alle Motive, die sie haben kann ich lesen.

00:01:08: Und mir ist es so lange zum Verhängnis geworden weil ich das verwechselt habe mit Verantwortung für den anderen quasi zu übernehmen.

00:01:23: In meiner Kindheit hab' ich das so kennengelernt.

00:01:25: Ich hab' es so kennegelernt dass ich emotional die Verantwortung übernehmen musste für die Menschen in meinem Umfeld und... Das habe ich dann natürlich als Erwachsene so weitergetragen, dieses Muster.

00:01:40: Und das hat mir so oft im Weg gestanden, dieses Verständnis.

00:01:47: Dieses Menschen unglaublich gut lesen können und analysieren können.

00:01:52: Hat mir in meinem privaten Leben sehr im Weg gestanden während in meinem beruflichen Leben ein Segen ist.

00:02:01: Aber was wichtig ist ... Ich hab jetzt erkannt dass nur weil ich etwas verstehe es noch lange nicht gut für mich ist.

00:02:11: Noch lange nicht, wenn mein Leben ist und das ist der Switch weil in dem Moment wo ich erkenne dass ein Mensch gut für mein Leben isst Wenn er loyal ist, wenn er mir Gutes tut dann kann ich andere Maßstäbe ansetzen Menschen zu bewerten als mein Mitgefühl mit ihnen so und Das macht es mir jetzt leichter.

00:02:46: Und dieses Einfallstor ist auf jeden Fall geschlossen und das bedeutet nicht, dass ich hingehe und andere Menschen verurteile und sage, das sind alles schlechte Menschen.

00:03:00: Nein, sind sie nicht!

00:03:01: Wie gesagt, ich habe ja Verständnis für Sie kognitiv.

00:03:06: Ich habe auch Mitgefühl aber mittlerweile selbst mit Gefühl entwickelt.

00:03:14: Ich habe ein Bewusstsein dafür, wie wertvoll mein Leben ist und in meinem Leben kommen nur noch Menschen die sich konsistent verhalten, die verlässlich sind, die mir zeigen was ich ihnen wert bin im Sinne von dass sie mir zeigen das ich ihnen wichtig bin die ehrlich, loyal und treu sind.

00:03:44: Und alle anderen Menschen – egal was auch immer sie erlebt haben wie die traumatisiert sind oder sonst irgendwas – es interessiert mich nicht mehr.

00:03:55: Es interessiert sich im beruflichen Kontext weil ich als Coach, als Emotionspädagogin arbeite und in meinem beruflichem Kontext gebe ich alles und da ist meine analytische Fähigkeit einfach sehr stark genau am richtigen Platz.

00:04:16: Aber in meinem privaten Leben möchte ich nicht mehr Menschen analysieren, das Verhalten von Menschen entschuldigen und mich mit Menschen umgeben die mir nicht gut tun.

00:04:33: Das ist eine ganz einfache Sache!

00:04:36: Und ja... das war auf jeden Fall eines der Einfallstore was ich analysiert habe Und ich glaube, es gibt einige Menschen denen das so geht.

00:04:50: Gerade Menschen die auch in ihrer Kindheit schon sehr früh erwachsen werden mussten, schon sehr viel Verantwortung übernehmen mussten und ja in diese Parentifizierung Rolle geraten sind dass sie eigentlich die Eltern ihrer Eltern waren auf emotionaler Ebene vor allem meistens dass dann einfach zu viel Verständnis da ist für andere Menschen und dadurch andere Menschen das nutzen können, um sich ihrem Schmerz nicht stellen zu müssen.

00:05:32: Weil das ist ja die logische Konsequenz daraus wenn du jemanden anderes Verhalten immer wieder entschuldigst und hinnimmst und dich so von den Menschen behandeln lässt warum sollte dieser Mensch irgendetwas ändern?

00:05:50: Es gibt ja keinen Grund.

00:05:54: Nehmen wir mal das Beispiel Fremdgehen, wenn du einen Partner hast der die fremd gegangen ist und du verzeihst ihm das, dann macht er das wieder.

00:06:08: Du verzeigest es wieder!

00:06:10: Und jedes Mal ist das Messer in deinem Herz und der Partner denkt so... Die verzeiht mir doch eh immer wieder.

00:06:19: warum soll ich denn was ändern?

00:06:22: Ich muss mich meinen Dämonen ja gar nicht stellen, ich muss mich meinem Schmerz gar nicht Stellen.

00:06:26: Warum ich das mache?

00:06:27: Die lässt doch das alles immer durchgehen.

00:06:33: und genauso ist es mit anderen Verhaltensweisen wie Lügen Wie manipulative Verhaltenzweisen die versuchen dich klein zu machen.

00:06:45: Ja weil der andere sich dann größer fühlt.

00:06:49: so wenn du das durchgehen lässt Und da nichts änderst Dann wird derjenige ja immer wieder versuchen, dich klein zu machen.

00:07:02: Und indem er das tut braucht er nicht... ...braucht der Mensch sich mit seiner eigenen Minderwertigkeit und seinen eigenen Mindewertigkeitsgefühlen auseinandersetzen.

00:07:20: Das ist einfach das Ding!

00:07:22: Manchmal musst du Menschen dann auch loslassen oder ihnen halt wirklich mal brutal den Spiegel vorhalten.

00:07:30: aber das würde ich nicht in jedem Fall machen auf gar keinen Fall.

00:07:34: Weil Menschen, die Traumata erlebt haben und solche manipulativen Verhaltensweisen daraus resultierten, die haben oft eine eigene Sicht, eine eigene Wahrheit.

00:07:50: Und wenn du die angreifst, dann kann das ganz übel werden.

00:07:55: Deswegen ist es manchmal auch besser einfach nur die Distanz zu wahren und da gar nichts auszudiskutieren.

00:08:04: So, wenn du aber jetzt irgendwie jemanden hast der sich sonst verlässlich konsistent und so weiter verhält und vielleicht nur in einer Sache irgendwas ist wo du merkst das geht für mich gar nicht.

00:08:17: Und da könnte derjenige mal hingucken.

00:08:20: dann kann man sich überlegen okay ist es mir das wert diese Freundschaft zu stärken und damals Tacheles zu reden.

00:08:29: Das eine andere Ebene.

00:08:34: Aber was mir einfach gerade bewusst wird Ich habe die ganze Zeit dafür gesorgt mit meinem Verständnis, was ich früher hatte.

00:08:43: Dass die Menschen sich nicht bewegen mussten Ja dass sie sich kein Stück Mit ihrem eigenen Schmerz auseinandersetzen mussten weil ich Nicht den fingern in die wunde gelegt habe oder keine grenze gesetzt hat für mich Sondern immer entschuldigt hab und immer gesagt habe ja gut aber Das ist ja damals passiert, und dann kann der das nicht oder kann die das nicht?

00:09:16: Keine Ahnung was.

00:09:20: Aber es ist nicht clever!

00:09:23: Und vor allem für beide Menschen nicht clever.

00:09:26: Es ist nicht nur dass ich auf mein Leben aufpaste sondern in dem Moment wo ich dem anderen das nicht spiegel und auch Distanz kann natürlich ein Spiegel sein wird der andere nichts ändern an sich und lebt da weiter in seinem manipulativen traurigen Leben.

00:09:49: Deswegen glaube ich, dass Verständnis grundsätzlich was Gutes ist wenn es aber zu sehr ausgeprägt ist und man Motive erkennt und entschuldigt die dem anderen noch nicht mal bewusst sind und dadurch sich selber immer wieder verletzen lässt Einfach keine gute Idee.

00:10:19: Und deswegen habe ich für mich jetzt die Entscheidung getroffen, dass ich Menschen ab sofort einzig und allein nur noch nach dem Verhalten beurteile was sie mir gegenüber zeigen und sonst zählt nichts mehr.

00:10:47: Du kannst mit mir das deepeste Gespräch geführt haben.

00:10:51: Wenn du danach heiß Kaltspielchen spielst oder auf eine andere Art und Weise versuchst mich zu manipulieren, dann hast du einfach mich verloren.

00:11:01: Da kann das Gespräch noch so tief gewesen sein!

00:11:04: Es spielt für mich keine Rolle mehr.

00:11:09: Wir können noch einen lustigen Abend gehabt haben.

00:11:14: wenn du danach in irgendeinem Nebensatz versuch, mich zu manipulieren bist du raus.

00:11:23: Also mein Leben ist zu kurz um mich weiter manipulieren zu lassen.

00:11:32: Und ich war früher leider ein sehr leichtes Opfer für Manipulation.

00:11:39: Das muss ich mir jetzt einfach mal eingestehen.

00:11:44: Ja, war ich Bin ich aber nicht mehr Weil ich meine Einfallstore erkannt habe und geschlossen habe und weil ich tausendmal lieber alleine bin als mit manipulativen ekelhaften Menschen.

00:12:13: Und deswegen ist für mich die Sache ganz klar, mein Verständnis für dich bedeutet nicht dass du einen Platz in meinem Leben bekommst.

00:12:29: Einen Platz?

00:12:30: In meinem Leben muss man sich verdienen.

00:12:37: Ganz einfach!

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