123 Ein vollkommen magischer banaler Moment.
Shownotes
3 Gläser Wasser trinken, für andere klingt das vollkommen banal. Für mich war es das nicht.
Denn sehr lange konnte ich meine eigenen Bedürfnisse kaum wahrnehmen. Essen, trinken, auf die Toilette gehen, Ruhe brauchen, Nein sagen – häufig kam zuerst alles andere. Aufgaben. Andere Menschen. Erwartungen. Funktionieren.
Heute war es anders.
Ich habe aufgehört mit dem, was ich gerade gemacht habe, und mich um mich gekümmert.
Und plötzlich wurde mir bewusst: Da ist inzwischen jemand, der auf mich achtet. Der meine Bedürfnisse ernst nimmt. Der dafür sorgt, dass es mir gut geht. Und dieser Mensch bin ich.
In dieser Folge spreche ich über das innere Kind, alte Schutzmechanismen, Bedürfnisse, Selbstfürsorge und darüber, warum drei Gläser Wasser manchmal viel mehr sein können als drei Gläser Wasser.
Vielleicht ist die wichtigste Frage heute nicht, was du noch erledigen musst.
Vielleicht ist sie: Was brauchst du gerade?
Transkript anzeigen
00:00:00: Es gibt gerade etwas, was ich an mir selbst beobachtet habe.
00:00:06: Was für viele Menschen völlig selbstverständlich ist und für Menschen mit Trauma aber tatsächlich nicht Und das ist auf die eigenen Bedürfnisse zu hören und diese wahrzunehmen.
00:00:21: Ich habe ganz lange Jahre Nicht nur nicht daran geglaubt dass sich überhaupt bedürfnisse haben darf sondern auch selber nicht gemerkt, wenn ich grundlegende Bedürfnisse hatte.
00:00:38: So wir reden hier von Essen und Trinken und von auf die Toilette gehen.
00:00:44: Und gerade eben war ich so mit der Hausarbeit beschäftigt und plötzlich spürste in mir... Nee!
00:00:56: Ich hab Duersts.
00:00:58: Ich habe zu wenig getrunken.
00:00:59: Ich muss mich um mich kümmern Und wie gesagt, für andere ist es eine völlige Selbstverständlichkeit.
00:01:05: Für mich war das bedeutend, weil ich mir dann nämlich diese Zeit genommen habe und nicht erst das zu Ende gemacht hab was ich gemacht habe.
00:01:15: also das heißt ich habe nicht den äußeren Anforderungen den Vorrang gegeben so wie früher sondern Ich habe angefangen in inneren Anforderung in innerer Bedürfnissen in mir vorang zu geben hat gerade irgendwie was mit mir gemacht.
00:01:35: Weil ich so gemerkt habe, ja tatsächlich!
00:01:37: Ich hab mich wieder an erste Priorität gesetzt.
00:01:41: Dieses kleine Mädchen in mir... Was Bedürfnisse hat?
00:01:46: Was etwas braucht?
00:01:48: Mein Körper der Bedürfenesse hat die er braucht, die wichtig sind.
00:01:55: Das ist bei mir wieder an erster Stelle.
00:01:59: und für mich fühlt sich es ein bisschen an wie einen Wunder weil das wirklich Nicht leicht, dass das einfach so wieder zu lernen und zu können.
00:02:08: So... Und es fühlt sich aber einfach gut an!
00:02:16: Wenn du weißt da ist jemand der kümmert sich.
00:02:23: Da ist jemand, der gibt dir Sicherheit, er gibt dir Geborgenheit.
00:02:28: Da is jemand, Der sorgt dafür, dass du Freude hast Dass es dir gut geht Dass du glücklich bist.
00:02:40: Und wie schön ist das wenn du derjenige bist.
00:02:45: Und ich freue mich gerade darüber, dass ich diejenige bin, die der kleinen inneren Christine in mir dieses wundervolle Leben ermöglichen kann und geben kann und schenken kann!
00:03:03: Wie gesagt, das Ich wieder auf mein Körper höre, dass sich wieder auf meine Bedürfnisse höre so unvermittelt und direkt... Du merkst es macht mich grad auch emotional weil das einfach was ist, was ich so lange vermisst habe.
00:03:21: Und deswegen habe ich ganz lange dann versucht, andere Menschen zu finden die das für mich machen.
00:03:29: Was total absurd ist weil kein anderer Mensch hat die Verantwortung für mich oder muss mir irgendwie sagen hey hast du genug trunken?
00:03:37: Hast du genug gegessen?
00:03:39: Das ist ja meine Verantwortung aber ich musste es halt jetzt erstmal lernen.
00:03:44: und was ich auch lernen musste dass sich einfach so wie ich jetzt bin auch mit meinem Chaos was ich manchmal habe im Kopf Manchmal auch in meiner Wohnung oder keine Ahnung, dass das alles in Ordnung ist und dass diese Perfektion nach der ich immer gestrebt habe überhaupt nicht das ist was ich eigentlich wollte.
00:04:13: So um was mich halt weiter von mir weg gebracht hat von diesem kleinen inneren Mädchen was sagt so hey lass uns doch einfach ein schönes glückliches Leben haben schenk mir deine Aufmerksamkeit gib mir deine Liebe.
00:04:27: Das ist eigentlich das, was dahinter gestanden hat.
00:04:31: Ich habe in der letzten Folge über Ziele gesprochen, über Wünsche und Träume.
00:04:38: Was wäre wenn es einfach nur das kleine Kind in dir ist, was deine Aufmerksamkeit haben möchte?
00:04:50: Ja!
00:04:58: Und vielleicht geht's einfach darum diesen Anteil in sich, diese innere Lebendigkeit dieses innere Kind wieder wahrzunehmen und ihm oder ihr Aufmerksamkeit zu schenken und auch auf die Bedürfnisse zu hören.
00:05:19: So, ein Bedürfnis kann auch sein zu was Nein zu sagen.
00:05:25: Ein Bedürfen ist es kann sein einen Eisessen zu gehen.
00:05:28: Ja?
00:05:29: Das innere Kind freut sich wenn du mit dem inneren Kind vielleicht den Eis essen gehst.
00:05:35: Auch wenn das vernunftsig dann vielleicht irgendeinen Quatsch erzählt von wegen Kalorien und Körper und keine Ahnung was.
00:05:45: Aber wenn wir dann dem innen Kind zuhören und das innere kind sagt Boah ich würde mich so freuen Dann ist das doch alles fein.
00:05:53: Ich müssen wir aufhören von diesen Kategorien wegzukommen, von diesem Kategoriendenken.
00:05:59: Das ist schlecht, das ist gut und so weiter sondern einfach nur wieder auf diese innere Stimme dieses innere kleine ich zu hören und zu sagen okay auch wenn alle anderen Menschen sagen dass es scheiße.
00:06:13: Wenn sich das für mein inneres Kind gut anfühlt und richtig anfühelt dann kann das vielleicht auch genau das Richtige sein.
00:06:27: Und dieses innere kleine Kind glaube ich will auch niemandem was Böses, sondern im Gegenteil wird sich mit anderen Menschen verbinden.
00:06:34: Will gemeinsam Freude haben.
00:06:37: Will Liebe teilen Ja Aber das Wichtige ist halt erst mal dass es diesem inneren kleinen kind gut geht und Dass die Bedürfnisse dieses inneren Kleinen Kindes erfüllt sind.
00:06:59: und bei mir war's halt.
00:07:01: Bei meinem inneren kleinen Kind war es das Thema Aufmerksamkeit.
00:07:05: Also überhaupt, dass ich die Kleine erst mal sehe, dass sich für sie da bin ... dann freutvolle Momente erzeugen.
00:07:17: Einfach Momente, die schön sind.
00:07:20: Wo die Freude Platz hat, sagt sie gerade, die kleine Maus?
00:07:24: Ja!
00:07:25: Da sein wo die Freue Platz hat und leckeres Essen essen.
00:07:39: Genug trinken ist tatsächlich wirklich etwas, was ich ganz häufig vergessen habe.
00:07:45: genug zu trinken.
00:07:50: Also Wasser zu trinken nicht von Champagner oder Wein sondern einfach nüchtern genug zu Trinken.
00:08:04: und es hängt damit zusammen dass ich als Kind als gefährlicher lebt habe wenn ich irgendein Bedürfnis hatte Weil das nicht gern gesehen war, weil es genervt hat.
00:08:14: Weil das blöd war.
00:08:16: So und irgendwann fragt man dann nicht mehr.
00:08:22: Aber gleichzeitig entsteht halt auch eine innere Stimme in einem selber Die halt genau dasselbe dann übernimmt.
00:08:29: Dann entsteht so ne Art Wächterfunktion.
00:08:32: Das heißt immer wenn dann das Bedürfnis kommt von der Kleinen Und sagt hey ich hab du was?
00:08:38: Dann kommt die wächterin und sagt nee nein jetzt nicht Wir machen jetzt erst das Fertig oder keine Ahnung.
00:08:47: Und später ist es dann vergessen.
00:08:52: Früher hat uns das halt beschützt, weil wenn immer jemand genervt von uns ist, wollen wir da ja gar nicht mehr hingehen?
00:09:05: Wollen wir das nicht mehr ... Oder wenn jemand laut wird, wollen we das nicht mal.
00:09:11: als Kind kann man das kaum ertragen, wenn der Erwachsener wütend ist und rumschreit.
00:09:15: Das ist für ein Kind grausam!
00:09:20: Kinder sind so verletzlich So zart, einander einer kommt und schreit.
00:09:26: Das ist nicht schön von anderen Dingen ganz zu schweigen.
00:09:38: So trainieren sich Kinder Bedürfnisse ab und installieren Funktionen die das dann übernehmen diese Kontrolle.
00:09:46: Und als Erwachsene haben wir das dann manchmal immer noch in uns Diese Wächterfunktion die uns davon abhalten, ein Leben zu fühlen was das kleine Kind eigentlich total feiern würde und unsere Bedürfnisse zu erfüllen.
00:10:11: Solange es uns nicht bewusst ist bestrafen wir uns quasi selbst indem wir unsere bedürfnisse nicht wahrnehmen und nicht fühlen können weil wir diese wechter funktion eingebaut haben und wir funktionieren halt einfach immer für alle anderen dass noch fertig machen das noch schnell.
00:10:33: Wir kennen alle diesen bescheuerten Spruch, schlafen kann ich wenn nicht tot bin.
00:10:40: Und man so sagen könnte ja, weil du das glaubst dann könnte der es vielleicht schneller passieren als du denkst.
00:10:51: Schlaf und Entspannung ist was unglaublich Wichtiges.
00:10:56: da regenerieren wir holen uns unsere Kraft zurück.
00:11:07: Tja Bedürfnisse.
00:11:19: Menschen die auch Trauma erlebt haben die werden wissen wovon ich spreche?
00:11:23: Und alle anderen werden jetzt da sitzen wenn denken so hey wie das verstehe ich nicht.
00:11:30: Ich gucke immer, dass es mir gut geht.
00:11:32: Und ich werde erst mal meine Bedürfnisse erfüllen und dann was für andere
00:11:37: machen.".
00:11:39: Das ist tatsächlich auch die Gesunderhaltung ganz wichtig!
00:11:42: Man sagt an Flugzeugen ja nicht umsonst ziehen sie erst ihre eigene Maske auf und helfen sich dann den anderen.
00:11:51: Ich kann ja für andere nur gut sein und ihnen helfen, sie unterstützen wenn ich in meiner Kraft bin.
00:12:02: Sonst kann ich das gar nicht.
00:12:05: Und um in meiner vollen Kraft zu sein und in meiner volle Lebenskraft zu sein, muss ich mir ja meine Bedürfnisse erfüllen können.
00:12:13: Weil wenn ich das nicht kann dann verliere ich ja andauernd Energie!
00:12:19: Allein wenn man sich überlegt was es für eine Auswirkung auf den Körper hat, wenn man so wenig Wasser trinkt... weil man's vergisst Es gab Tage da habe ich vergessen zu essen Auch dass alles vorgekommen, weil ich mich so fokussiert hab auf etwas anderes dass ich nichts mehr wahrgenommen habe von meinen Bedürfnissen.
00:12:56: Ja, ich bin einfach nur gerade sehr glücklich, dass ich das wieder fühlen konnte ganz bewusst und dass sich das auch wieder umsetzten konnte direkt.
00:13:22: Und die Kleine nicht weggeschickt haben mit ihrem Bedürfeness sondern gesagt hab okay wir unterbrechen jetzt das was wir gerade gemacht haben und trinken jetzt erstmal drei Gläser Wasser!
00:13:40: Für mich ist es ein Riesenschritt gerade und ich bin dankbar und froh.
00:13:46: Und fühlt sich ein bisschen an wie ein Gamechanger, weil ich endlich wieder spüren kann was wirklich wichtig für mich ist und dem auch folgen kann.
00:14:12: Dadurch dass ich das jetzt kann, kann ich auch jemand anderem dann etwas Gutes tun.
00:14:28: Das ist einfach nur wertvoll!
00:14:37: Ich glaube tatsächlich, dass gerade dadurch, dass ich so lange alleine war, ich überhaupt die Chance hatte diesen kleinen Mädchen zu begegnen.
00:14:59: Sonst wäre ich ja immer wieder bei den Bedürfnissen von anderen gewesen und das war auch lange, lange, langer eine Taktik um mich abzulenken von meinen eigenen Bedürfen oder von meinen Themen, die hätten angeschaut werden sollen.
00:15:20: Immer dann eben beandern zu sein, mich um die Sachen von anderen zu kümmern.
00:15:27: Dann kam das Leben und hat mich in diese Situation gesteckt.
00:15:30: Und gesagt, nee... Da drehe ich jetzt mal Fräulein!
00:15:37: Jetzt wird mal geguckt was da los ist bei dir?
00:15:42: Genau das habe ich ja gemacht jeden Tag immer wieder und jetzt bin ich ihr begegnet und es fühlt sich irgendwie anders an.
00:15:55: Ich kann das gar nicht richtig greifen einfach schön.
00:16:09: Also wenn du schon ganz lange das Gefühl hast, dass du immer für alle anderen funktionierst.
00:16:16: Kann ich dir nur wirklich ans Herz legen aus eigener Erfahrung?
00:16:19: Wenn du die Möglichkeit hast auch wenn du vielleicht Kinder hast oder auch nicht oder wie auch immer nimm dir mal zwei Tage.
00:16:30: Zwei Tage gehen immer irgendwie!
00:16:36: Zwei tage nur für dich Auszeit und zwar mit nichts nur mit dir.
00:16:51: Also kein Handy, kein Tablet, Filme gucken.
00:16:57: Gar nichts.
00:16:57: Ein kleines Notizbuch vielleicht mitnehmen und dann fühlen wir mal bevor du die ganze Zeit dich abgelenkt hast.
00:17:18: Und vielleicht begegnest du dem kleinen oder der Kleinen in dir?
00:17:24: Dann kannst du immer fragen was sie oder er eigentlich so will im Leben.
00:17:38: Danach wird es anders sein kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen.
00:17:45: Alter, bist du wieder im wirklichen Kontakt mit dir selbst und das ist das Schönste glaube ich was man fühlen kann Verbundenheit.
Neuer Kommentar