109 Dilemma der starken Frau.

Shownotes

Was passiert, wenn du so lange stark sein musstest, dass du gar nicht mehr weißt, wie es sich anfühlt, gehalten zu werden? In dieser Folge spreche ich darüber, warum starke Menschen oft zur Zuflucht für andere werden und gleichzeitig selbst so schwer Hilfe annehmen können.

Diese Folge spricht von Parentifizierung, Einsamkeit, das Bedürfnis nach Nähe – und meinen Wunsch, nicht mehr immer die starke Schulter sein zu müssen, sondern mich selbst einmal anlehnen zu dürfen.

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00:00:01: Ich möchte heute mal über das Dilemma der starken Frau mit dir sprechen.

00:00:09: Und zwar rede ich dabei natürlich von mir, weil ich bin eine sehr starke Frau!

00:00:17: Ich habe so viel überstanden – ich war in meiner Kindheit die Eltern meiner Eltern.

00:00:25: Ich hab' soviel für andere Menschen getragen und einfach eine unglaublich große Kraft in mir.

00:00:34: Und gleichzeitig wünsche ich mir nichts Sehnlicher als mich mal anlehnen zu können, an eine starke Schulter.

00:00:45: Das Dilemma ist aber... Meine Stärke ist ja da und Menschen nehmen meine Stärke, meine Kraft wahr und viele Menschen sehen in mir die starke Schulte, an die sie sich selbst anlehmen können.

00:01:01: Ich bin das auch!

00:01:03: Ich kann diese Sicherheit und diesen Raum geben nur Es macht mein Leben nicht leichter.

00:01:12: Wenn andere Menschen zu mir kommen und sagen, sei meine starke Schulter, macht das mein Leben schwerer.

00:01:20: Und wenn dann doch mal jemand da ist der diese Schulter sein will für mich und der mich unterstützen möchte, dann fällt es mir unglaublich schwer, das überhaupt wahrzunehmen und auch anzunehmen, weil ich das nicht kenne.

00:01:51: Ich kenne es nicht, dass jemand anderes für mich da gewesen ist in meiner Kindheit.

00:02:01: Das ist für mich völlig unvertraut und unbekannt und... ...ich kenne das nicht!

00:02:09: Ich kende das nicht so behandelt zu werden und erst jetzt in den letzten Monaten wo ich wirklich dann auch an die innere Arbeit bei mir so intensiv rangegangen bin, habe ich gelernt dass ich überhaupt Bedürfnisse habe und das andere mir diese Bedürfenisse auch erfüllen dürfen.

00:02:30: So und dass ich auch nach Hilfe fragen kann.

00:02:35: aber genauso war ich die Frau die einfach in ihrer Wohnung komplett alleine fünf Stunden lang ihr Ikea Bett aufgebaut hat, weil niemand anders da war beziehungsweise, weil ich nicht nach Hilfe fragen konnte.

00:02:56: Und ja, ich habe diese Stärke und ja, hab das geschafft, das Bett zusammenzubauen!

00:03:03: Aber es ist nicht schön... Es ist viel schöner wenn man Dinge zusammenmacht Wenn man sich gegenseitig unterstützt, wenn man sich hilft.

00:03:15: und gleichzeitig fühlt es sich so komisch für mich an, wenn jemand einfach etwas für mich machen möchte, ohne dass er irgendeine Gegenleistung dafür haben möchte.

00:03:36: Das lerne ich halt das langsam auch anzunehmen wenn da jemand kommt der mich einfach nur unterstützen möchte.

00:03:44: aber es fällt mir so schwer und dadurch dass sich einfach nach außen nicht nur stark wirke sondern dass ich halt auch einfach stark bin in mir und Menschen das an meiner Ausstrahlung auch wahrnehmen, kommen halt viele Menschen zu mir die quasi Zuflucht suchen.

00:04:07: Und ich habe angefangen um mich selber zu schützen, mich sehr zurückzuziehen, mich abzuschotten, mich selber to isolieren weil ich das einfach nicht mehr tragen kann.

00:04:25: so durch diese Parentifizierung, die ich als Kind gelernt habe.

00:04:32: Ich halt auch sehr dazu neige dann dazutief reinzugehen und ich fühle sehr tief.

00:04:39: Ich fühle einfach sehr, sehr tief!

00:04:42: Ich kann das bei Menschen fühlen was sie mir nicht sagen, was sie nicht aussprechen und... ...ich bin dabei ist zu lernen mich davon abzugrenzen.

00:04:54: aber es ist auf der anderen Seite auch meine größte Stärke weil Menschen sich dadurch bei mir gesehen fühlen und willkommen fühlen, sicher fühlen.

00:05:09: Aber in einer Freundschaft oder auch in einer Partnerschaft kann ich das nicht leisten.

00:05:19: Ich kann da sein für jemanden ja aber die Verantwortung für die Themen muss derjenige selber übernehmen.

00:05:31: So, und da kann ich stark sein wie ich will.

00:05:33: Ich lerne gerade für mich selber stark zu sein um mir selber Gutes zu tun und mir selber der Mensch zu sein den ich als Kind so dringend gebraucht hätte.

00:05:48: Und deswegen ... ja, ich klammer alles aus meinem Leben aus was dem nicht dient ne?

00:05:58: Und ich glaube das ist halt wirklich das Dilemma der starken Frau oder von starken Menschen allgemein.

00:06:10: Dass sie auf der einen Seite einfach so stark wirken und unabhängig, dass niemand vermuten würde, dass diese Menschen überhaupt Hilfe bräuchten ... Und ja die Menschen leiden aber darunter alleine zu sein.

00:06:27: Es ist so schwer das zu lösen!

00:06:31: Das ist so schwer.

00:06:37: Was mir halt geholfen hat, ist mich an etwas anzulehnen was halt größer ist als für alle.

00:06:47: Das ist meine Schulter an die ich mich anlehne.

00:06:52: Gott!

00:06:55: Jesus Christus war die Schulter, die in der Not für mich da gewesen ist als niemand anders... ...für mich da war.

00:07:06: Ja das ist die Schultern, an denen ich mich angelehne und dennoch vermisse ich es, mich auch an eine reale Schulter einzulehnen einfach mal nur im Arm zu sein, in den Arm genommen zu werden Weil das was ist, was ich seit Ewigkeiten nicht erlebt habe.

00:07:29: Und vor allem halt in den Arm genommen zu werden einfach nur wegen mir und nicht wegen dass jemand anders irgendetwas von mir will.

00:07:44: Ja... Das wünsche ich mir sehr!

00:07:49: Und ich weiß nicht was dann passiert wenn das passiert.

00:07:54: Vielleicht fällt dann einmal alles mit zusammen?

00:07:59: Weil es so eine überwältigende Erfahrung ist.

00:08:01: aber ich bin bereit für diese überwältigende Erfahrung.

00:08:12: Mal nicht die starke Frau sein zu müssen, sondern sich einfach mal fallen zu lassen.

00:08:17: Ich glaube das wünschen sich viele starken Frauen beziehungsweise viele stark Menschen.

00:08:34: Das ist das Dilemma in dem ich stecke!

00:08:44: Ich wünsche es mir anders aber... ...ich weiß noch nicht wie ich das lösen werde.

00:08:54: Ich komm irgendwann der Mensch, der das kann.

00:09:00: Der mich einfach nur einen Arm nimmt Und es bedeutet nicht, dass der irgendeine Verantwortung für mich übernehmen muss.

00:09:12: Sondern einfach nur da sein reicht.

00:09:20: Vielleicht muss dieser Mensch noch nicht mehr viel sagen.

00:09:24: Einfach nur da sind.

00:09:30: Weil das ist was ich selten in meinem Leben erlebt habe.

00:09:35: Dass jemand einfach nur dagewesen ist und nichts von mir wollte.

00:09:44: Nicht meine Stärke wollte!

00:09:52: Ja... Also die Menschen, die wäre für ihre Stärke vielleicht bewundern oder ja, glauben die bräuchten niemals Hilfe und die könnten alles alleine täuscht ich nicht.

00:10:21: Ich glaube es geht vielen so.

00:10:27: Und ich glaube viele Menschen sind so aufgewachsen dass sie keine andere Chance hatten als stark zu werden.

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